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Daniel Stötter

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Und Doch Nicht
Nondualität, Kloschüssel und die Zwecklosigkeit der Suche


 

Nondualität

Lange schon habe ich die Tendenz, eine Sprache zu finden, die so nah wie möglich das Unsagbare, das Unbeschreibliche, welches das offensichtlich Eine ist, ausdrücken kann.

Klar ist, dass dies Eine nicht in Worte gefasst werden kann, dass diese Botschaft nicht vermittelbar ist. Und doch ist diese Botschaft schon absolut vermittelt, durch die Tatsache, dass sie schon das ist, was geschieht. Die Vermittlung der Botschaft des Einen ist schon längst geschehen, sie ist das, was ist.

Jeder Versuch dies zu vermitteln, wird einerseits absolut scheitern (das zu wissen, ist sehr erleichternd, denn dann müssen wir uns nicht mehr angestrengt bemühen dies zu versuchen), andererseits ist jeder Versuch, dafür Worte zu finden, schon die absolute Vermittlung dessen, was dies Eine, Unsagbare ist (auch das ist erleichternd, denn welche Worte auch immer erscheinen, sie sind schon das, was diese Botschaft ist). All die Worte sind schon die Botschaft selbst, ohne dass diese Botschaft einen Weg zurücklegt, vom scheinbaren Sender der Botschaft bis zum scheinbaren Empfänger der Botschaft.

Nondualität oder Nicht-Dualität ist ein Begriff, der einen Versuch darstellt, das zu beschreiben, was das Eine ist, welches nicht-zwei ist, non-dual, ohne ein Zweites.

Die Tendenz alles zu benennen und allem eine Idee und ein Konzept zu verpassen, ist ein starker und fixierter Mechanismus in uns. Wir stehen eigentlich vor der ausweglosen Tatsache, dass wir nicht anders können, als alles zu benennen, allem einen Namen zu geben, alles in unser gewohntes Denksystem reinzuflicken, um nicht den Überblick und die wohlige Sicherheit einer logisch erklärbaren Welt um uns zu verlieren. Wir könnten ja in die Irre rutschen, wenn wir plötzlich nicht mehr fähig wären, einen Vogel als Vogel zu benennen oder unsere Hände als unsere Hände zu sehen. Wir könnten ja nicht überleben, wenn das Benennen aufhören würde, wir könnten ja sterben. Unsere gesamte Welt würde auseinender fallen, oder?

Wir stehen eigentlich vor dem Dilemma, dass wir die Realität nicht wahrnehmen, sondern nur unsere Beschreibung der Realität, unsere Benennung. Wir können Realität nie erfahren. Wir können nie wissen, was ein Vogel wirklich ist. Wir können nur unsere eignen Benennungen erfassen, die wir als Realität akzeptiert haben, und dadurch müssen wir uns nicht der absoluten Unwissenheit stellen, die ja bedeuten würde, dass all unser scheinbares Leben absolut nicht das ist, wofür wir es halten. Unsere gesamte Existenz würde flöten gehen, ja wir würden sterben, wir würden ausgelöscht werden, oder wir würden gar einfach nie da gewesen sein. Das kann doch nicht sein, oder? Da platzt einem ja der Kragen! Alles umsonst? Das ist ja Spinnerei! Das müsste man verbieten! (Ja, nicht ganz verfehlt. In früheren Zeiten könnte man durch solche Spinnereien auf dem Scheiterhaufen landen.)

Nicht-Dualität heißt letztlich absolute Unwissenheit. Nicht wissen wer oder was ich bin, nicht wissen was das Leben ist, nicht wissen was ein Baum, ein Vogel, eine Dose Bier, ein Stück Kuchen, ein Sandkorn, ein Planet, ein Gedanke, ein Gefühl, ein Körper ist, ja sogar nicht wissen, was Unwissenheit ist.

Wissen kann nur in der scheinbaren Dualität existieren. Wissen und Dualität sind gleich, so ist Nicht-Wissen und Nicht-Dualität gleich. Es heißt letztlich Sterben. Das Sterben des Wissens, das Sterben von all der scheinbaren Geschichte einer Person mit ihrem scheinbaren Leben in dieser scheinbaren Welt, obwohl niemand stirbt. Es offenbart sich nur diese Nondualität, in der nie eine getrennte Person mit Geschichte und Welt vorhanden war und in der nie Wissen möglich war, aber aus der doch all das Wissen und diese scheinbare Welt erscheint.

Nondualität ist zwar ein Konzept, ein theoretischer Versuch eine Unmöglichkeit in Worte zu fassen, ein Versuch das Unbenennbare zu benennen, ein Versuch, der kläglich versagen wird, aber diese Idee von Nicht-Dualität ist nun mal ein Konzept, welches so sehr nichts sagend ist, dass es eigentlich Worte findet, die so nah an das Unbenennbare heranreichen, dass es wohl näher nicht geht. Da kann sich der Verstand ganz schön die Zähne ausbeißen. Da hämmert der Verstand vielleicht so lange an eine Unmöglichkeit, dass er aufgibt und da die Offensichtlichkeit von dem Einen offenbar wird und die Suche ein Ende findet. Nicht weil gefunden wurde, sondern weil gesehen wird, dass nichts gefunden werden kann und alles schon das ist, was gesucht wird, und dies absolut ausreichend ist.

Nicht-Dualität ist einfach ein Zeigen mit dem Finger auf das, was nicht auffindbar ist. Dieser Finger zeigt darauf, aber da ist nichts zu sehen, an dem Ort wohin er zeigt. Da ist nichts. Da gibt es keine persönliche Erleuchtung, Erwachen, Seins-Erfahrung oder Befreiung. Die absolute Seins-Erfahrung ist schon das, was ist, ganz nackt und offen, ganz frei und unmittelbar, ganz offensichtlich.

Dies ist das, worauf Nicht-Dualität zeigt. Es ist kein Ding, keine Erfahrung, keine Erkenntnis, kein Wissen oder Weisheit und doch ist all das Scheinbare nicht weniger diese absolute Selbstverwirklichung als das Eine selbst. Du bist das Eine, da ist nichts als das Eine, nicht mehr, nicht weniger.

In dem und aus dem Einen erscheint eine Erscheinung, eine Idee von Trennung, eine Idee einer Person, die sich getrennt fühlt, von der Welt, von anderen Menschen und Dingen. Diese Idee und das Gefühl von Trennung, das mit ihr erscheint, schafft auch ein scheinbares Leiden in diesem Konstrukt von Persönlichkeit. Da erscheint ein Gefühl, dass etwas fehlt. Eine Art Unzufriedenheit, ein Gefühl von Mangel und daraus ein Suchen nach Erfüllung, Befreiung, Ganzheit, Einheit, oder man könnte auch sagen, ein Suchen nach der Abwesenheit dieses Gefühls von Trennung, nach der Abwesenheit der Person.

Dieses Konstrukt einer Persönlichkeit ist nicht weniger das Eine, als diese Nondualität selbst. Da gibt es keinen Unterschied. Nur leider, wenn das gesehen wird, ist keine Person da, die das sieht. Schade, da soll es diese Einheit geben, aber wenn sie dann endlich im Trophäenregal im Wohnzimmer steht, dann ist niemand mehr da um sie zu bewundern oder sich daran zu laben. Mist! Wieder nichts! Da hol ich mir lieber etwas Handfestes zum angreifen und zum herzeigen, da haben dann alle was davon. Ich hab meine Ehrung und die Anderen ihre Bewunderung oder ihren Neid. Da bin ich zumindest noch da und bin endlich mal jemand, oder?

Das Ende der Person ist das Ende der Geschichte, die da nie war. Niemand kann das sehen, worauf Nondualität hinweist, weil dies die Unmöglichkeit einer Person ist und die Offensichtlichkeit von Dem, was ist. Dies ist alles.

Im sehen, dass da nur das ist, kann keine Trennung sein und demnach auch keine Person, die das sieht. Da ist einfach nur das. In dem Sehen von niemand, wird gesehen, dass da nie eine Person oder Trennung war. Die Person scheint nur innerhalb der Geschichte zu existieren. Die Geschichte erscheint einfach als Idee, Wissen, Benennungen, Erinnerungen oder Gedanken, aus dem, was ist.

Das Ende der Person, ist das absolute Ende von Trennung. Dieses Ende heißt Nicht-Wissen. Da gibt es keinen, der etwas über dies wissen könnte. Da gibt es keine Lehre von Advaita (Sanskrit-Begriff für Nicht-Dualität), keine Philosophie, keine Klarheit, kein Wissen, kein Verstehen von dem. Da ist einfach nur das. Das ist das, was passiert. Kein Wissen, und doch ist all das scheinbare Wissen nicht weniger das, was diese Unwissenheit ist.

Mit dem Konstrukt der Person, erscheint auch die Illusion von Zeit, Ursache und Wirkung, Geschehnissen, Bedeutung und Standort. Im Wegfallen der Person, fällt auch Zeit, Raum, Bedeutung, Ursache und Wirkung. Die Zeitlosigkeit wird ganz offensichtlich. Da kann nie etwas passiert sein. Dieser Traum des Lebens war nie real. Dieses Sehen der Nondualität war immer schon und es ist das Ende eines Traumes, der nie war. Es ist absolute Unmöglichkeit, Unverstehbarkeit, Unsagbarkeit und doch all das, was passiert, nicht mehr, nicht weniger. Einfach Das.

Das Suchen und Streben dieser scheinbaren Person führt nirgends hin. Das Suchen ist einfach das, was passiert, und nicht weniger das Eine, als diese Nondualität selbst. Da gibt es kein Finden einer Befreiung, Erleuchtung oder ein Geschehen von Erwachen, kein absolutes Verstehen oder Erkennen. Dies kann nicht erkannt werden, nicht erfahren werden, nicht verstanden oder gewusst werden. Dies ist kein Ding. Trotzdem ist es das, was auch als Dinge erscheint.

Das Ende der Person ist kein Geschehen, das jemanden passiert. Da ist keiner mehr da, um dies zu sehen oder zu erfahren. Das Wegfallen der Person ist ein Wegfallen einer Illusion, die nie da war. Dies geschieht, obwohl es kein Geschehen ist, in der Zeitlosigkeit. Dies ist der Kollaps der Zeit. Es gibt da keinen Zeitpunkt dieses Geschehens.

 

Wenn du das jetzt verstanden hast, dann mach dir keine Sorgen, das geht schon wieder vorbei. Schlaf mal drüber und morgen geht’s dann schon wieder.

Wenn da jetzt ein absolutes Nicht-Verstehen bleibt, dann mach dir keine Sorgen, denn dann ist schon alles vorbei. Hier wird nichts gesagt, nichts vertreten oder zertreten. Da gibt es nichts zu lernen oder zu holen. Da gibt es nichts zu finden oder zu erkennen. Aber die Botschaft räsoniert oder auch nicht, sie wird gehört oder auch nicht. Das macht nichts. Sie ist schon vermittelt, durch das, was immer schon passiert, durch das, was immer schon ist.

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