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Daniel Stötter

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Trennung

Es ist einfach zu behaupten, dass alles eins ist, dass es nur Einheit gibt, wenn wir tagtäglich mit dem konfrontiert sind, dass wir uns als getrennte Person fühlen und erfahren, wenn wir da eine Welt erleben, die ja scheinbar offensichtlich da draußen ist. Wir fühlen uns nun mal nicht als Baum oder als ein Stern oder gar als das Universum selbst.

Wo ist diese Einheit von der alle reden? Wie ist es möglich Einheit zu erfahren und sie als unsere Wahrheit zu akzeptieren, wenn wir uns doch unzweifelhaft getrennt fühlen. Wir sehen uns nur als einen kleinen Teil dieser unendlichen Weite der Unendlichkeit oder des Universums.

Alles ist eins! Was heißt das? Ich bin doch eine Person in dieser Welt, die zwar unendlich groß zu sein scheint und die ich nicht in seiner Gesamtheit erfassen kann, aber mein alltägliches Leben scheint mir nichts anderes zu bestätigen, als dass ich als individuelle getrennte Wesenheit funktioniere und dann irgendwann nicht mehr da bin, oder gar doch ohne Körper weiterlebe, wenn ich daran glaube.

In der spirituellen Szene sind wir es gewohnt solche Floskeln, wie: alles ist eins, du bist Gott, du bist das Göttliche, du bist das Universum, du bist Einheit - zu hören und unsere Sehnsucht nach Einheit, nach Ganzheit verleitet uns natürlich, das auch irgendwie zu glauben, und wir hoffen dies, irgendwann, auch wirklich zu erfahren.

Trotzdem scheint jeden Morgen eine Person in dieser Welt aufzustehen und als getrennte Person zu existieren. Ich kann nicht als Einheit in dieser Welt aufwachen und als Einheit mir meinen Morgenkaffee zubereiten und mich als Einheit ins Bad schleifen, um mich auf der Toilette zu entledigen, von all diesem Einheitskot. Ich hätte da in meinem Badezimmer ja nicht mal genug Platz um mich umzudrehen um meinen riesigen Einheitshintern auf diese kleine getrennte Kloschüssel zu setzen. Und meine Kloschüssel würde ja überlaufen, wenn ich all diesen Einheitsschiss, der ja unendlich groß sein muss, in diese kleine Schüssel laufen lassen müsste. Zum Glück gibt es Trennung, sonst hätte ich am morgen wohl meine Schwierigkeiten.

Als scheinbar getrennte Person können wir einfach nur Trennung erleben. Als Gesamtheit aber, kann da keine getrennte Person sein, die Gesamtheit oder Einheit erfährt. Niemand kann Einheit für sich beanspruchen. Keine Person kann jemals Einheit erfahren. Einheit heißt absolut und kompromisslos Einheit.

Wie kann da Trennung überhaupt sein, wie kann da eine getrennte Person sein, die sich dann noch für erleuchtet hält, weil sie Einheit ist? Einheit ist die Gesamtheit, Ganzheit, Totalität. Sie ist nicht erfahrbar, nicht auffindbar, weil sie das ist, was schon ist. Das Gefühl der Trennung ist Einheit, aber als scheinbar sich getrennt fühlende Person, kann Einheit nicht erfahren werden.

Es gibt scheinbare Einheits-Erfahrungen, die sehr oft, dann, als Befreiung oder Erleuchtung gesehen werden. Diese scheinbaren Erfahrungen sind so wunderbar, dass sie sich als leuchtende und strahlende Gewissheit zeigen. Eine Gewissheit, dass ich Einheit bin. Diese Erfahrungen werden dann meist von uns als Person, als ein Erwachen zur Einheit gedeutet und von der Person, vielleicht auch sehr subtil, als ihr Eigentum oder ihre spezielle Erkenntnis gesehen, welche sie von den Anderen unterscheidet und auf einer weiterentwickelten Stufe setzt, auf ein Podest erhebt.

In dieser Einheits-Erfahrung ist es so wohlig, weil keiner da ist, der sie hat. Einheit kann nicht von einer Person erfahren werden. Wenn sich Einheit plötzlich zeigt, wo kein Gefühl von einer getrennten Person vorhanden ist, kommt eventuell die Person nachher zurück, beansprucht diese Einheit für sich und ist natürlich begeistert, absolut erstaunt und außergewöhnlich berührt von der unglaublichen, atemberaubenden Auflösung ins Zeitlose und in die Unendlichkeit. Ein ganzer Schwall von Freude und Frieden überkommt die Person und versetzt sie in einen Zustand erhöhter Energie und Klarheit. Welch eine Freude, welch ein Feeling, welch eine Verbundenheit mit allem.

Dieser Schwall von Energie ist aber unweigerlich den Gezeiten unserer Zustände unterworfen und so, wie die Welle kommt, so geht sie auch wieder.

Zurück bleibt Trennung, die radikale Realität des Gefühls, eine getrennte Person zu sein, am Morgen aufzustehen, sich ins Bad zu schleifen und seine gewohnte Toilette zu vollbringen, sich auf die gewohnte getrennte Kloschüssel zu setzten und seinen gewohnten Schiss abzulassen, und Gott sei Dank, keine überlaufende Schüssel zu produzieren, sondern eine schöne, klar abgegrenzte, von der Schüssel und der Person getrennte Wurst zu hinterlassen, die aber dann vielleicht doch in die Einheit des Ozeans gespült wird um als Durchfall wiedergeboren zu werden.

Das ist Trennung, die radikale nackte Realität, die Einheit ist, die Ganzheit ist, die die Totalität selbst ist. Trennung, die die Gesamtheit nie erfahren wird, weil sie schon Einheit ist. In dieser Unmöglichkeit, Einheit zu erfahren, kann sich diese Offensichtlichkeit von Einheit offenbaren. Die Offenbarung dieses Geheimnisses, bleibt der getrennten Person für immer verborgen. Einheit bleibt der Trennung verborgen. Einheit kennt keine Trennung und braucht keine Trennung, um Einheit zu sein.

Diese Botschaft ist radikal und kompromisslos. Sie wird gehört, räsoniert, oder auch nicht. Diese Botschaft kann nicht akzeptiert werden, sie kann sich nur offenbaren, als das, was Ganzheit ist, als Kollaps der Idee und des Gefühls von Trennung und somit als Kollaps der Zeit. Ein Kollaps, der nie geschieht, sondern sich als Zeitlosigkeit offenbart, die schon das ist, was passiert, genau jetzt, im zeitlosen Wunder des Seins.

 

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